Hassartikel gegen WikiMANNia

Eine kleine Sammlung von Hassartikeln, die von „Qualitäts­journalisten“ und „Kampf gegen Rechts“-Aktivisten gegen WikiMANNia verfasst wurden. Beachten Sie auch die Fortsetzung „Wikipedia-Aktivisten gegen WikiMANNia“.

  1. „Stell Dir eine Welt vor, in der jeder freie Mann feminismus­freies Wissen mit anderen teilen kann“, so der selbst auferlegte „Auftrag“ der „WikiMANNia“-Betreiber. Diese Männer­rechtler organisieren Kongresse und Demonstrationen gegen Abtreibung, Feminismus und Frauen­rechte, sind bestens mit Neonazis vernetzt, bedrohen Feministinnen online und belästigen Frauen als Pick-Up-Artists auf der Straße. Stellen­weise geht der reale Frauen­hass online radikalisierter Männer so weit, dass sie, wie die so genannten Incels, aktiv frauen­feindliche Attentate begehen, wie in Toronto 2018.

  2. […] Warum hetzen die Macher*innen(sic!) gegen alles Feministische? […]

    Die Autor*innen(sic!) der Seite, mehrheitlich Männer […]

  3. Wenn rechtsextreme Gruppierungen ihre Überzeugungen auch mit Terror durchsetzen wollen, legen sie „Feindes­listen“ oder „Todeslisten“ an – in der Regel finden sich darauf mehr oder weniger prominente politische Gegner*innen oder aus ideologischen Gründen zu „Feind*innen“ erklärte Menschen, die spätestens am „Tag X“ einer rechts­extremen Macht­übernahme in Deutschland attackiert werden sollen. Die auf den Listen befindlichen Personen erfahren davon oft nichts – nicht einmal, wenn die Listen in Polizei­ermittlungen bekannt werden. Eine Übersicht.

    […]

    Wikimannia

    • Ist eine Wiki-Seite der männer­rechtlerischen, anti­feministischen Internet-Community, nicht nur eine Liste. Existiert seit 2009.
    • Angaben zu genannten Personen: Im „Personal-Portal“ werden rund 300 Menschen als feindliche Personen aufgeführt, in den Kategorien „Feministin“, „Genderist“, Autor, Politiker, Aktivist, Bundes­verdienst­kreuz­träger, Journalist, Jurist, Richter, Künstler, Mediziner, Ökonom, Psychologe, Sportler, Staatrechtler, Täter, Techniker, Theologe, Wissenschaftler, Unternehmer, Historiker, Männerforscher, Religions­wissen­schaftler, Zukunfts­forscher; ergänzt durch hier positiv gewertete Feminismuskritiker, „Genderismus”-Kritiker, Männerrechtler
    • Zweck der Liste: Das Wiki versteht sich als „feminismus­freie Ergänzung zum Informations­angebot des Internets.“ Wer sich öffentlich für Feminismus, geschlechtliche Vielfalt, moderne Familienbilder, Geschlechter­gerechtigkeit einsetzt, landet im Wiki.
  4. WikiMANNia rekrutiert für die AfD

    Welche User aus Deutschland auf den 4chan und Reddit-Subboards unterwegs sind, ist relativ schwer zu erkennen, da die Kommunikation auf Englisch abläuft. Allerdings gibt es einige deutsche Foren und Plattformen, die ebenfalls Über­schneidungen zwischen der rechten Szene und Akteuren aus der Manosphere nahelegen. So beispielsweise das anti­feministische Online-Lexikon Wikimannia. Wie der Name schon verrät, handelt es sich hierbei um ein Lexikon für Männer, und zwar für weiße, hetero­sexuelle Männer. „Stell Dir eine Welt vor, in der jeder freie Mann feminismusfreies [sic] Wissen mit anderen teilen kann. Dies ist unser Auftrag. — Leitbild WikiMANNia.“ Die Ideen zu Geschlechter­rollen basieren dabei auf den Evolutions­theorien der PUA. So werden Frauen als hinter­hältige, betrügerische „Weiber“ bezeichnet, die sich ihre Reize schamlos zunutze machen, um Männer auszunutzen. (Vgl. Belltower) So wie auf gewissen 4chan subboards gegen die SJWs gewettert wird, geschieht es hier gegen die „Helfer­industrie“.

    Auf Wikimannia gibt es also nicht nur Bestätigung für die prekäre Situation weißer deutscher Männer, sondern auch noch Hand­werkszeug zur rassistischen Hetze. Neben dem Feindbild Frau gibt es noch das Feindbild Migrant*in. Um die „Helfer­industrie“ am Laufen zu halten, würden nämlich künstlich Opfer produziert. Und diese falschen Opfer seien eben Frauen und Migrant*innen. Sätze wie „15 Betreuer für 35 Migranten im Asylheim – 1 Pflegekraft für 25 Bewohner im Pflegeheim.“ gehören auf Wikimannia zum Standard­repertoire. Rassistische Hetze geht hier Hand in Hand mit einem misogynen Weltbild. Auch hier greift wieder das klassische rechte Opfer­narrativ, denn die wahren Opfer sind natürlich die weißen deutschen Männer, die von allen Seiten bedroht werden. Passend dazu findet sich Werbung für die die AfD auf der Seite, die ähnliche Positionen vertritt.

  5. Wikimannia ist ein Hetzportal, dessen Autoren nicht einmal so tun als hätten sie das Wohl von Männern und Frauen im Blick. In einem Artikel mit dem Titel „Geschichte der Familien­zerstörung„, der momentan auf der Startseite von Wikimannia steht, werden die großen Gesetzes­änderungen bezüglich der Ehe seit 1957 aufgelistet. Punkt fünf in dieser „Chronik der Familien­zerstörung“ ist die Gesetzes­änderung von 1997, die Vergewaltigung in der Ehe zum Verbrechen erklärte. Die meisten Artikel sind offen frauen­feindlich, zumindest aber höhnisch.

  6. Wikimannia ist ein Hetzportal. […] Die meisten Artikel sind höhnisch und offen frauen­feindlich.

  7. Der weiße heterosexuelle Mann hat es nicht leicht. Er wird von familien­zerstörenden Frauen ausgenutzt, die ihm womöglich noch ein Kind unterschieben, militante „Feminazis“ verbieten ihm, seine Meinung zu äußern und überhaupt haben sich Politik und Gesellschaft gegen ihn verschworen. Frauenquoten, Frauenhäuser, Frauenrechte – alles Symptome der Unter­drückung und Entrechtung von Männern. Diesen Eindruck könnte man zumindest nach der Lektüre von „Wikimannia“ haben. Laut Eigen­beschreibung eine „Wissens-Datenbank über Benachteiligungen von Jungen und Männern, sowie Bevorzugungen von Maiden und Frauen.“

    Seit Januar 2009 soll es die Seite geben. Knapp 4000 Artikel sind online. Die meisten der Texte zeichnen sich dabei weniger durch Fakten, sondern eher durch eine menschen­verachtende Sprache aus. Texte von Autoren oder Medien, die das eigene Weltbild widerspiegeln, werden mehr oder weniger kommentarlos gepostet. Aber auch eigene Texte gibt es.

    Die Stoßrichtung ist dabei eindeutig: Frauen sind weniger wert als Männer, Feminismus dient dazu, Männer auszunutzen und eigentlich unfähige Frauen zu fördern. Unter dem Eintrag „Power-Frau“ findet sich zum Beispiel diese Passage: „Starke Frauen gibt es nur in Büchern, Computer­spielen und Hollywood, und selbst die wenigen Power-Frauen, die es geschafft haben in Computer-Spielen und Hollywood-Filmen aufzutauchen (…), wurden von Männern erfunden und haben ihre Dialoge von Männerhand geschrieben bekommen.“

    Alternative Fakten

    Im Eintrag „Frauenhaus“ ist zu lesen, dass diese Einrichtungen hauptsächlich Frauen dienen, die „des Ehemannes überdrüssig sind“. Im Eintrag zu „Vergewaltigung“ liest man über weibliche Täterinnen und die Bedrohung, die durch Falsch­beschuldigungen ausgehen. Eine „Opferindustrie“ ist laut „Wikimannia“, „Teil der feministischen Helfer­innen­industrie, welche die ‚Bodentruppen‘ bereit­stellt für die tägliche Inszenierung der Frau als Opfer.“

    Und natürlich dürfen auch die „Feminazis“ nicht fehlen. Die NS-Diktatur, 6 Millionen ermordete Jüdinnen und Juden, und 65 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg sind für „Wikimannia“ dasselbe wie der Ruf nach Gleich­berechtigung. „Feminazi bezeichnet ein Weib, das einen pathologischen Hass auf alles Männliche kultiviert, normalen Sex am liebsten als Vergewaltigung verbieten würde, gleichzeitig für die Abtreibung für normale Frauen und für das Adoptions­recht für Lesben eintritt und Männer am liebsten ausrotten würde.“

    Feminist_innen, Feminismus und seine Ausprägungen sind aber nicht die einzigen Feinde, die sich „Wikimannia“ auserkoren hat. Homosexualität zum Beispiel ist „offenkundig eine Sackgasse“. Die hohen Selbst­mord­raten, besonders unter jungen LGBT*-Menschen werden zwar erwähnt, aber kommentarlos stehen­gelassen. Für den Leser entsteht der Eindruck, dass Homo- oder Trans­sexualität eben mit erhöhtem Suizid­risiko einhergehen. Kein Wort darüber, dass diese Zahlen die Ergebnisse von Hass auf Homo- und Transsexuelle, Angst und Diskriminierungen sind.

    Geflüchtete sind im „Wikimannia“-Sprech „Invasoren“, im zugehörigen Artikel finden sich all die Phrasen und Vorurteile, wie sie genauso auf rassistischen Demos im ganzen Land zu hören sind: „Offene Grenzen töten“ oder eine angebliche „Helfer­industrie“ verdiene Geld mit Geflüchteten. Hier besonders deutlich zu sehen: „Wikimannia“ arbeitet gerne mit Andeutungen. Zum Beispiel der Eintrag zu „Flüchtling“. Ein kurzer Artikel, der die Definition der Genfer Flüchtlings­konvention zusammenfasst und eine Beispiel für die Verwendung: „Der Begriff Flüchtling ist eine euphemistische Umschreibung der Staats­rats­vor­sitzenden Angela Merkel für Invasoren.“ Menschen, die aus Krieg und Armut fliehen so suggeriert es „Wikimannia“, gibt es nicht, sondern lediglich „Invasoren“, die Frauen vergewaltigen wollen.

  8. Die Überschneidungen zwischen Rechts­populismus und Pick-Up sind deswegen deutlich subtiler als in den USA. Aufschluss­reicher sind die Äußerungen deutscher Nutzer auf den wesentlich aggressiveren, anonymen Foren von 8chan und 4chan oder auf Seiten wie Wikimannia. […]

    Wikimannia ist beispielsweise ein Online-Lexikon, ähnlich aufgebaut wie Wikipedia, das eine „alternative“ (also weiße, männliche) Weltsicht darstellen möchte. Die Ideen zu Geschlechter­rollen basieren dabei auf den Evolutions­theorien der PUA. So werden Frauen als hinter­hältige, betrügerische „Weiber“ bezeichnet, die sich ihre Reize schamlos zunutze machen, um Männer auszunutzen.

    Wie fließend diese offensichtliche Frauen­feindlich­keit in ein allgemeines, rechtes Weltbild übergeht, zeigt sich besonders deutlich im Artikel zu Rechts­extremismus. Dort wird sich ausschweifend darüber beschwert, dass man nicht einfach ein bisschen rechts sein kann: „Unter rechtsextrem machen sie es nicht, nie. So was wie leicht­rechts, mittel­rechts, normal­rechts kommt in deren Vokabular nicht vor. Wer aber einfach alles für extrem hält, der hat den Sinn dieses Begriffes nicht verstanden. Wieder mal so eine Wort­verdrehung, Bedeutungs­vertauschung, um etwas zum Kampfbegriff zu machen.“

    Ein weiteres Beispiel ist der Eintrag zur „Opferkultur“. Die Autoren lassen sich hier unter anderem über das „Allgemeine Gleich­behandlungs­gesetz“ in Deutschland aus, nach dem niemand aufgrund seines Geschlechts, seiner Hautfarbe, seiner Religion oder seiner sexuellen Identität oder Orientierung benachteiligt werden darf. Während das für den größten Teil der Gesellschaft als fortschrittlich gilt, sieht Wikimannia dies als evolutionären Rückschritt.