Schwarzbuch Wikipedia

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Schwarzbuch Wikipedia
Mobbing, Diffamierung und Falsch­information in der Online-Enzyklo­pädie, und was jetzt da­gegen getan werden muss.

Im Oktober 2017 wandte sich Dr. Andreas Mäckler an die WikiMANNia-Redaktion und bat um ein Interview. Für gewöhnlich gewährt WikiMANNia keine Interviews, aber sein Projekt, eine Anthologie „Schwarzbuch Wikipedia“ heraus­zu­bringen, war interessant genug, eine Ausnahme zu machen.

Im Februar 2020 ist das Buch endlich im Zeit­geist-Verlag erschienen. In Zeiten des Internets ist es nicht einfach, einen Verlag zu finden, schon allein, weil es immer schwieriger wird, mit Büchern noch Geld zu verdienen. Wir leben allerdings auch in einer Zeit der linken Deutungs­hoheit und des Gutmenschen­tums, was es einfacher macht, ein kritisches Buch zur „Alternative für Deutschland“ heraus­zu­bringen als ein kritisches Buch zur Wikipedia.

Für Feministinnen und Kommunisten gibt es zwei Arten von Meinung: Die eigene, das ist die richtige, und die andere, das ist die falsche. Und diese falsche Meinung der Anders­denkenden gilt es zu bekämpfen, mit allen Mitteln.

Schon in der französischen Revolution wurden Anders­denkende auf dem Schafott einen Kopf kürzer gemacht. Im Umgang mit Feministinnen und Kommunisten muss immer daran erinnert werden, dass diese brachialen Gewalttaten nicht etwa von verhassten ancien régime verübt wurden. Es waren die Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, die Streiter für eine gerechtere und bessere Gesellschaft. Später wurde die Sowjetunion zum Epizentrum der linken Weltverbesserer.

Die Bolschewiki hatten dort bald nach ihrer Machtergreifung in der Oktober­revolution eine harte Zensur in Russland eingeführt. Druckereien wurden unter die Kontrolle der Kommunisten gestellt und der Druck von so genannten „bürgerlichen Zeitungen“ unterbunden. Lenin erläuterte dazu: „Wir haben bereits früher erklärt, dass die bourgeoisen Zeitungen geschlossen werden, sobald wir die Macht in den Händen halten. Die Existenz solcher Zeitungen zu dulden, hieße damit aufzuhören Sozialisten zu sein.“

Der Rat der Volkskommissare (Sownarkom) beschloss in einem Dekret über die Presse die Schließung der Zeitungen, die zum Ungehorsam gegenüber der neuen Regierung aufforderten, „Unruhe durch die Veröffentlichung von Falsch­informationen stifteten“ und die zu „Handlungen verbrecherischen Charakters aufriefen“.

In den Jahren 1918 bis 1919 konfiszierte man alle privaten Druckmaschinen und verstaatlichte die Papier­industrie, sodass ohne die Erlaubnis der Regierung und der Kommunistischen Partei keine Zeitung mehr erscheinen konnte. Die juristische Grundlage dieses Zustands wurde in der Verfassung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjet­republik (RSFSR) von 1918 gelegt, in der gemäß dem Konzept des Klassenkampfes die Meinungsfreiheit nur den sozialen Klassen der Arbeiter und Bauern garantiert wurde, jedoch nicht den übrigen Klassen der russischen Gesellschaft.

Die in der RSFSR und später der Sowjetunion regierende Kommunistische Partei verkündete „die sozial­politische und ideelle Einheit der Gesellschaft“. Ideologischer Pluralismus wurde prinzipiell abgelehnt:

«ленинская партия… непримиримо выступает против любых взглядов и действий, противоречащих коммунистической идеологии.»

„[Die] Leninsche Partei […] tritt unversöhnlich gegenüber beliebigen Ansichten und Taten auf, die der kommunistischen Ideologie wider­sprechen.“

– А. М. Румянцев (Red.): Научный коммунизм. Словарь, Lemma Социально-политическое и идейное единство общества

Der Schriftsteller George Orwell hat mit Farm der Tiere (1945), einer satirische Fabel über den sowjetischen Kommunismus, und 1984 (1949), einer Zukunfts­­vision von einem totalitären Staat, die kommunistische Gedankenwelt mit literarischen Mitteln eindrucksvoll beschrieben.

Der russische Schriftsteller und Dissidenten Alexander Issajewitsch Solschenizyn, der selbst von 1945 bis 1953 selbst im Gulag interniert war, ist mit seinen historisch-literarischen Werken Der erste Kreis der Hölle (1968) und Der Archipel Gulag (1973) ebenfalls ein wichtigter Zeuge.

Auch wenn Jimmy Wales und Larry Sanger durchaus zugestanden werden kann, dass sie mit der im März 2000 ins Leben gerufene Wikipedia ein aufklärerisches Projekt im Sinn hatten, mit dem Ziel, freies und lexikalisches Wissen zu verbreiten. Nichts­desto­trotz ist nicht zu unterschätzen, welche Begehrlichkeiten ein reich­weiten­mächtiges Medium wie Wikipedia bei Kommunisten weckt. Es ist ein unschätzbar wertvolles Werkzeug, um eine Deutungs­hoheit zu erlangen und Definitions­macht auszuüben. Diese Zusammen­hänge lassen sich erfassen, wenn man sich mit stalinistischer Zensur beschäftigt.

Wer sich mit Wikipedia beschäftigt merkt sehr schnell, dass die Inhalte dort kräftig in Richtung familienfeindlich, männerfeindlich, bunt, feministisch, gender und queer gebürstet sind. Während die WikiMANNia-Redaktion es für angebracht hält, den Lesern auch eine zweite Meinung/Sichtweise anzubieten, gibt für Linke es zwei Arten von Meinung: Die eigene, das ist die richtige, und die andere, das ist die falsche. Und diese andere Meinung muss bekämpft werden. Da nun aber die Gulags alle geschlossen sind und auch die Guillotine derzeit nicht einsatzbereit ist, müssen sich die Linken der Lüge, Propaganda und Brachial-Rethorik bedienen.

  • Der linksextreme Wikipedia-Kämpfer Andreas Kemper lancierte in einem Interview mit der Feministin Kathleen Hildebrand das Meme vom „Hetzportal WikiMANNia“, was dann prompt in der Wikipedia als „enzyklopädisches Wissen“ festgeschrieben wurde.
  • Feministinnen sprechen in Bezug auf WikiMANNia immer konsequent von „Frauenhassern“. Weil sie in einer inhaltlichen Aus­einander­setzung niemals bestehen können, markieren sie mit verleumderischen Rufmord­kampagen den Feind. In einem Akt staatfeministischer Zensur wurde „de.wikimannia.org“ am 9. Januar 2020 von einem Vagina-Zwölferrat als „jugend­­gefährdend“ indiziert. Die Bundes­prüfstelle für jugend­gefährdende Medien ist sie dem „Bundesministerium für alle außer Männern“ (dem Frauen­ministerium) nachgeordnet.
  • Auf dem Verleumdungsportal Psiram ist seit dem 28. September 2019 von einer „Wikipedia­gegner­schaft“ die Rede. Für Linke bedeutet die Andermeinung immer gleich Kampf und Gegnerschaft. Es ist im linken Denken nicht vorgesehen, dass freie Menschen in einer freien Gesellschaft über gewisse Dinge unterschiedlicher Ansicht sind und dies im argumentativen Dialog fair austragen. Psiram wird von der Amadeus-Antonio-Stiftung in deren Broschüren als Informations­quelle empfohlen. Die AAS wiederum wurde allein in den Jahren 2008-2014 mit knapp 6,2 Millionen Euro Staatsgeldern, vor allem aus dem Bundes­frauen­ministerium, finanziert. Es passt ins Gesamtbild, dass deren Geschäftsführerin Anetta Kahane eine Kommunistin ist und von 1973 bis 1982 als informelle Mitarbeiterin für die Staats­sicherheit der DDR arbeitete.

George Orwell nennt in seinem Roman „1984“ das „politisch-korrekte“ Sprechen „Neusprech“. Der Beispielsatz „Altdenker unintusfühl EngSoz“ bedeutet, wer die Zeit vor der Revolution erinnert, hat keinen wirklichen Zugang zum „Englischen Sozialismus“ des Jahres 1984. Auf Deutsch: Wer vor Beginn der „Reformpolitik“ politisch sozialisiert wurde, ist nicht in der Lage, sie in ihrem Kern zu begreifen. Und das zu Stalins Zeiten noch aufwendige Retuschieren von Bildnegativen entfällt heute mit den Möglichkeiten elektronischer Medien. Das Orwell’sche „Wahrheits­ministerium“ hat mit Wikipedia und der MediaWiki-Software ideale Arbeits­bedingungen. Zumal Wikipedia von seiner Struktur her kinderleicht infiltriert und manipuliert werden kann.

Die Anthologie „Schwarzbuch Wikipedia“ könnte dabei helfen, eine öffentliche Erörterung dieser wichtigen Fragen zu starten.

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